Über den Verein

Im Schützenverein Drevenack wird jedes Jahr ein König ausgeschossen.
Dieses Traditionelle Schiessen findet eine Woche vor dem eigentlichen Schützenfest auf dem vereinseigenen Schießstand am Drevenacker Buschweg statt.
Der König wir durch ein Stechschiessen mit dem Kleinklalibergewehr auf die 12`er Königsscheibe ermittelt. Der Schütze mit der letzten 12 wird König. Dieser wählt sich seine Königin und vier weitere Thronpaare aus, die ihn im Regentenjahr unterstützen.

Als Insignien seines Amtes trägt er die Königskette mit den Plaketten der letzten Könige  sowie einen Königsorden, die ihm bei der Krönung am Schützenfest Samstag verliehen werden. 
Ausserdem wird am Schützenfest-Montag die Königsscheibe am Haus des Königs aufgehangen.

 Königscheibe

Dazu zieht das Schützen-Bataillon Montags nachmittags zum Haus des Königs, wo schon die Nachbarn und Freunde des Königs die Königswache vorbereitet haben. Dort wird dann die Scheibe am Giebel des Königs aufgehangen.

Zu den Majestäten

Aus der Geschichte des Schützenvereins Drevenack

Die ältesten Zeugnisse des Ortes Drevenack reichen ins frühe Mittelalter zurück, zu nennen sind die Memoriensteine im Aussenmauerwerk der Drevenacker Kirche aus dem 9. und 10. Jahrhundert, sowie erste urkundliche Erwähnungen aus dem 11. Jahrhundert.

Die Geburtsstunde des Schützenvereins kann leider nicht exakt nachgewiesen werden.

Was wir wissen ist, dass der Verein in seiner heutigen Struktur seit 1904 besteht, und aus einem schon länger bestehenden Junggesellen-Schützenverein hervorgegangen ist. Erst im Jahr 1967 fanden sich im Archiv des Amtes Schermbeck Dokumente die auf 1788 als Gründungsjahr hinweisen. Auch in der Vereinsfahne von 1904 war aber schon 1788 als Gründungsjahr eingestickt.

Wahrscheinlich ist dieser Zusammenschluss zu einem Junggesellen-Schützenverein aus Schutzgemeinschaften und Bürgerwehren im 30 jährigen Krieg entstanden, die die Dorfbevölkerung vor marodierendem Gesindel und durch das Land ziehenden Soldaten schützen sollten. Daraus entwickelte sich eine Vereinsstruktur nach heutigem Verständnis dessen Mittelpunkt das jährliche Schießen um die Königswürde war.  Leider sind diesbezügliche Dokumente, die Vereinsfahne und auch eine Königskette um das Jahr 1900 bei einem Brand im damaligen Vereinslokal Kühnen-Mölleken (heute Trotzenberg) verloren gegangen, Es existiert aber noch eine Königsplakette aus dem Jahr 1790.

Königsplakette aus dem Jahr 1790

Königsplakette aus demJahr 1790 Inschrift : Johann Creber  König zu Drevenack  Anno 1790

Ein weiterer datierter Hinweis auf das Schützenwesen in Drevenack findet sich in einem Antrag an das  Bürgermeisteramt zu Schermbeck vom 7.Mai 1823 in dem um die Erlaubnis zum Scheibenschießen ersucht wird. Diesem Begehren wird dann auch statt gegeben.

Schiesserlaubniss von 1823

Weiterhin findet sich die leider nicht datierte Instruktionssammlung zum Ablauf eines Schützenfestes, die wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Auf der folgenden  Seite ist der Text abgedruckt , der auch in heutiger Zeit noch in einigen Punkten aktuell sein dürfte.

Instruktionssammlung
Folgende Artikel sind der Schützenkompanie als Instruktion bekannt zumachen. Es lebe die Schützenkompanie zu Drevenack. Es ist wiederum ein Jahr verflossen, dass wir Junggesellen haben geschossen.
Art.1 Wer den nächsten Schuss tut ist König. Der König erhält die Scheibe, einen neuen Hut, ein seidenes Tuch, 30 Mark und ist dieses Jahr frei im Gelage. Derselbe muss im folgenden Jahr eine neue Scheibe und eine silberne Klotte geben, aber nicht unter 3 Mark.
Art.2 Ein jeder kann nehmen nach seinem Sinn, das schönste Mädchen zur Königin, aber nicht aus dem Gelage. Geschieht dies dennoch, so zahlt er 3 Mark und das Gelage.
Art.3 Jeder Schütze gibt 3 Schüsse ab.
Art.4 Einen anderen an seiner Stelle schießen zu lassen, wird nicht mehr gestattet.
Art.5 Es wird einem Jeden zur Pflicht gemacht sich anständig zu betragen, damit die Ruhe und Ordnung nicht gestört wird.
Art.6 Wer Zank oder Streit anfängt oder sich gegen die Offiziere auflehnt, zahlt 1 Mark Strafe, desgleichen wer sich große Trunkenheit zu Schulden kommen lässt. Ebenso wird bestraft, wer Unordnung in Reih und Glied während des Marschierens macht.
Art.7 Diejenigen Personen, welche das 17. Lebensjahr erreicht haben , und das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, auch nicht durch sonstige Lebensumstände verhindert sind, müssen an den Zügen am 1. sowohl am 2. Tage teilnehmen, wer aus besonderen Gründen nicht teilnehmen kann, muss sich vorher beim Vorstand entschuldigen. Wer ohne Entschuldigung den Zug nicht mitmacht, darf das Lokal nicht eher betreten bevor er 3 Mark Strafe und das Gelage bezahlt hat.
Art.8 Wer morgen Nachmittag zur festgesetzten Zeit nicht am Vereinslokal ist, zahlt 2 Mark Strafe.
Art.9 Morgen Abend haben die Mädchen das Recht vom 9-11 Uhr zum Tanzen aufzufordern.
Art.10 Die beim Schießen gegenwärtigen Zuschauer werden ernstlich gewarnt, sich wenigstens soweit entfernt zu halten, das sie sich durch eigene Schuld kein Unglück zuziehen. Wer gegen dies Bestimmung verstößt wird ohne Rücksicht auf die Person bestraft.
Drumm frisch gewagt und frisch hinein –wer Zentrum schießt soll König sein

Binnenhey

Im Dezember des Jahres 1903 beschließt die Generalversammlung des Junggesellen- Schützevereins:“ … den älteren und verheirateten Bürgern der Gemeinde Drevenack Gelegenheit zu geben durch Beitritt zum Verein diesen zu vergrößern und zu stärken…“
Eine Woche später wird dann bereits eine Satzung in Anlehnung an die Satzung des Schützenvereins Damm entworfen und von der Generalversammlung angenommen. Die Genhemigung dieser Satzung wird am 30. Dezember 1903 beantragt. Es soll noch bis ins Jahr 1906 dauern bis diese in allen Punkten genehmigt wurde.
Trotzdem wird das Jahr 1904 als Jahr der Neu bzw. Umgründung festgehalten, da in diesem Jahr auch die neue Fahne geweiht wird.
Die weitere Geschichte wird anhand markanter Jahreszahlen nachgezeichnet.
1906 Die Satzung wird genehmigt.
1907 Es wird dem König erstmalig ein Gehalt von 70 Mark gezahlt,
1908 spielt zum ersten mal eine auswärtige Kapelle auf dem Schützenfest.
1912 wird das Schützenfest vom Pfingsttermin um 1 Woche vorverlegt um am 300 jährigen Jubiläum der Gartroper Schützen teilnehmen zu können. Dort treten 80 Schützen an.
1914-1918 In den Jahren des 1. Weltkriegs ruht das Vereinsleben komplett.
1920 die enge Verbundenheit zum Tambourkorps wird noch einmal dadurch bekräftigt, das dieses bei allen Umzügen voraus marschieren soll.
1922 wird der Verein in 2 Kompanien aufgeteilt
1923 steigt der Beitrag Inflationsbedingt auf 5000, das Königsgehalt bis auf 300000 Mark
1929 feiert man das 25 jährige Jubiläum (seit Neugründung) mit Gästen aus Bricht, Brünen, Damm, Weselerwald , Havelich, Obrighoven, Schermbeck.
1939-1945 In den Jahren des 2. Weltkriegs ruht das Vereinsleben komplett.
1948 Das Vereinsleben beginnt nach dem Krieg von Neuem. Man sammelt sich um eine von Hand gemalte Fahne, als Emblem wird „Drevenacker Sandhase“ gewählt.
1949 fand das erste Schützenfest nach dem Krieg statt. Es wurde mit Pfeil und Bogen um die Königswürde geschossen, da die Besatzungsbehörden nichts anderes erlaubten.
1958 wird eine Sportschützengruppe ins Leben gerufen.
1959 wird der Sandhase mit den gekreuzten Gewehren als offizielles Vereinsabzeichen eingeführt. Um das Gesamtbild des Vereins zu verbessern, beschließt man zum Schützenhut einen einheitlichen Schützenrock zu tragen.
1964 Das gesamte Bataillon tritt in der neuen Uniform zum Königschießen an.
1966 -1969 Das Schützenhaus an seinem heutigen Standort wird geplant und gebaut. Anlässlich der Einweihung im November 1969 wir der Ehrenwanderpreis von der Gemeinde Drevenack gestiftet. Dieser wird heute noch als Gemeindepokal ausgeschossen.
1973 erhält der Verein eine neue Fahne mit dem Sandhasen als Vereinsemblem und dem Gemeindewappen umrahmt vom Wahlspruch “ Altes Erhalte- Neues Gestalte“ , die auf dem 185. Schützenfestgeweiht wurde.
1978 werden erstmalig weibliche Mitglieder in den Verein aufgenommen. Ein Ausbau des Schützenhauses wird beschlossen.
1994 beschließt man den Jungschützenzug zu gründen.
1995 nimmt der Jungschützenzug erstmalig am Schützenfest teil.
1999 erhält der Jungschützenzug eine eigene Standarte.
2000 feiert das Tambourkorps sein 100 jähriges Jubiläum.
2001-2003 wird das Schützenhaus um 6 überdachte KK Bahnen und einen Luftgewehrstand erweitert

 

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